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Aussendung der Siebzig
In
Lukas 10 lesen wir, wie Jesus die siebzig Jünger
aussendet und sie beauftragt, in jedes Haus zu
gehen und in den "Häusern des Friedens" länger
zu bleiben. In Vers 2 fügt er hinzu:
"Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber
sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte,
dass er Arbeiter aussende in seine Ernte."
Offensichtlich gab und gibt es einen Mangel an
Arbeitern für die Erntearbeit. Wer sind diese
Erntearbeiter, warum gibt es so wenige von
ihnen?
Die Siebzig waren Nachfolger Jesu aus dem
erweiterten Jüngerkreis, die bereit waren die
Verkündigung des Reich Gottes zur Priorität zu
machen. Sie waren ernsthafte Jünger, die fertig
waren, ohne Rücklagen und Absicherungen im
Glauben loszuziehen. Sie setzten ihr Vertrauen
darauf, dass Gott sich um ihre Versorgung
kümmern wird, denn Jesus sagte, "Der Arbeiter
ist seines Lohnes wert." Wie auch die 12
Jünger Jesu, hatten sie eine apostolische
Sendung (apostello). Als Gesandte
und Boten des Reiches Gottes waren sie
ausgestattet mit der nötigen Vollmacht, die
Häuser des Friedens zu finden und die Personen
des Friedens freizusetzen.
Die Aussendung der Siebzig markierte eine Etappe
auf dem Weg zur Erfüllung des großen
Missionsbefehles aus Mt.28 - "Gehet hin
in alle Welt und machet zu Jünger alle
Völker...". Diese Jünger sollten nicht nur
das Evangelium bringen, sondern andere zu Jünger
ausbilden. Der umfassende Auftrag, das Reich
Gottes zu proklamieren, beinhaltet nicht nur die
Busse, sondern auch die Erneuerung des Menschen
und seines nächsten Umfeldes. Wenn ein Oikos
durch die Person des Friedens vom Reich Gottes
erfasst wird, dann ändert sich auch der
Charakter und die Beziehungsqualität des
sozialen Gefüges. Jesus sagte: "Daran werden
alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn
ihr Liebe untereinander habt" (Joh.13,35).
In
Mt.22,14 sagt Jesus: "Viele sind Berufene,
wenige aber Auserwählte." Die Berufenen sind
alle Christen, die Jesus auch bei dem
großen Missionsbefehl angesprochen hatte. Aber
doch bleiben dann nur wenige, die sich senden
lassen. Einige hören den Ruf nicht, oder wollen
ihn nicht hören, andere sind nicht bereit, oder
nicht in der Lage, diesen Ruf umzusetzen. Ich
bin davon überzeugt, dass allen Nachfolgern Jesu
dieser Ruf gilt. Wir sollen ein apostolisches
Volk sein, ein Volk mit einer Sendung, wir
haben einen konkreten Auftrag in dieser Welt,
den es umzusetzen gilt.
Copyright Richard Schutty
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